Wie kommt es zu Blasenschwäche?
Die Steuerung der Blase unterliegt normalerweise unserem Willen, so dass wir den Zeitpunkt ihrer Entleerung weitgehend selbst bestimmen können. Allerdings verlangt das ein fein aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel zwischen dem unbewussten und dem willentlich gesteuerten Nervensystem und der Harnblase. Bei Störungen dieses Zusammenspiels kommt es zur Blasenschwäche oder Harninkontinenz, wie der Arzt sagt.
Die Empfindung des Harndrangs wird über die Nervenbahnen an das Gehirn gemeldet. Damit der Harn in der Blase gespeichert werden kann, ist es notwendig, dass die Blase ausreichend Volumen bietet und dass die beiden Schließmuskel gut funktionieren.
Bei der Entleerung der Harnblase zieht sich die Blase zusammen und die Schließmuskel öffnen sich. Bei unfreiwilligem Harnverlust ist die bewusste Steuerung dieser Abläufe beeinträchtigt.
Andere Ursachen
Natürlich kann die Funktion des Blasenmuskels oder der Abfluss durch die Harnblase auch direkt gestört sein, zum Beispiel infolge einer Erkältung oder durch Entzündungen. Ein weiteres Problem betrifft besonders Frauen: So kann es unter anderem nach Schwangerschaften zu einer Erschlaffung der Beckenbodenmuskulatur kommen. Da diese als äußerer Schließmuskel fungiert, kann der Druck der Blase nicht aufgefangen werden und es kommt zum unfreiwilligen Harnabgang. Daneben können auch psychische Störungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten zur Inkontinenz führen.
Aufbau der Blase
Belastungs-Inkontinenz (auch: Stress-Inkontinenz)
Beim Lachen, Husten oder Niesen geht tröpfchenweise Urin ab. Auch beim Heben schwerer Lasten, beim Treppensteigen oder beim Sport kann unwillkürlich Urin aus der Harnröhre abgehen. Die Betroffenen verspüren davor keinen Harndrang. Die Menge des ausgeschiedenen Urins ist eher gering, das Wasserlassen kann willentlich gestoppt werden. Ursache ist eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur und/oder des Blasenschließmuskels.
Von einer Beckenbodenschwäche sind meistens Frauen betroffen. Geburten, Operationen, Übergewicht oder Hormonmangel in den Wechseljahren können den Beckenboden stark belasten. Ist er zu schwach, kann er den äußeren Blasenschließmuskel nicht mehr wirksam unterstützen.
Drang-Inkontinenz (auch: Urge-Inkontinenz)
Kennzeichen für die Drang-Inkontinenz ist nicht zu unterdrückender Harndrang, der zu einem unfreiwilligen Abgang von Urin führt. Die Betroffenen müssen praktisch sofort zur Toilette, sobald sie einen Harndrang verspüren. Oft schaffen sie es nicht mehr bis dahin und die Blase entleert sich, ohne dass sie etwas dagegen tun können. Diese Form der Inkontinenz tritt im Stehen, Sitzen oder Liegen auf.
Grund für diese Störung ist eine Überaktivität der Blasenmuskulatur. Die Muskulatur zieht sich ständig zusammen und signalisiert so eine volle Blase. Schon eine Tasse Tee kann genügen, um Harndrang und ungewollten Harnverlust auszulösen.
Die möglichen Ursachen sind vielfältig: so können beispielsweise Blasenentzündungen, Blasensteine, Nervenerkrankungen oder Stoffwechselstörungen, bei Männern auch eine vergrößerte Prostata der Grund für eine Drang-Inkontinenz sein.
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