Therapiemöglichkeiten des PMS
Vorab eine Anmerkung, die Sie bitte in jedem Fall berücksichtigen sollten: Vor jeder Therapie steht eine Diagnose. Je nach Schwere der Symptome sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um Ihre persönlichen Verdachtsmomente, dass Sie unter PMS leiden, durch eine qualifizierte Diagnose bestätigen zu lassen. Ihr Arzt wird mit Ihnen eine geeignete Therapie besprechen, die der Schwere und Art der Symptome angepasst ist. Die nachfolgenden Therapiemöglichkeiten können eventuell für Sie bei diesem Gespräch hilfreich sein.
Pyridoxin (Vitamin B6)
Prämenstruelle Symptome können durch einen Mangel an Pyridoxin (Vitamin B6) auftreten. Pyridoxin ist wichtig für den Eiweiß- und Fettstoffwechsel sowie für die Blutbildung. Ein Mangel an Vitamin B6 kann Appetitlosigkeit, Haut- und Nierenveränderungen, Krämpfe, Störungen im Nervensystem, Blutarmut und Depressionen hervorrufen. Eine erhöhte Vitaminzufuhr – vor allem von Vitamin B6 – wirkt in der zweiten Zyklushälfte lindernd auf prämenstruelle Beschwerden. Zum einen können Sie mit Vitamin-B6-Präparaten aus der Apotheke oder dem Reformhaus (z. B. Hefe- oder Leberkonzentrate) eine ausreichende Vitaminzufuhr sicherstellen. Alternativ bietet sich die Möglichkeit, in Ihren Speiseplan verstärkt pyridoxinreiche Lebensmittel aufzunehmen. Hierzu gehören beispielsweise: Nieren, Schweinefleisch, Huhn, Schinken, Kalbfleisch, frischer Fisch, Bananen, Avocados, Pflaumen, Rosinen, Walnüsse, Vollkornprodukte und Milch. Fragen Sie Ihren Arzt, ob er eine verstärkte Vitamin-B6-Zufuhr bei Ihnen für sinnvoll hält.
Diuretika (Entwässerungspräparate)
Bei ausgeprägter Wassereinlagerung im Gewebe werden vom Arzt unter Umständen so genannte Diuretika (Entwässerungspräparate) verordnet, weil sie die in den Geweben gespeicherte überschüssige Flüssigkeit mobilisieren können. Der Nachteil dieser Behandlungsform besteht jedoch darin, dass sie rein symptomatisch ist und die eigentliche Ursache der Wasseransammlung nicht im geringsten beeinflusst. Die unkontrollierte Einnahme von Diuretika führt zu teilweise schwerwiegenden Elektrolytverschiebungen im Blut.
Hormonpräparate
Wenn die Ursache des prämenstruellen Syndroms in einem Ungleichgewicht des Zusammenspiels von Östrogen und Gestagen liegt, kann dieses durch Hormongaben ausgeglichen werden. Die fehlenden Hormonmengen können z. B. durch die Gabe von Gelbkörperhormonen (Progesteron) oder niedrig dosierten, gestagenbetonten Ovulationshemmern (Antibabypille) ersetzt werden. Ihr Arzt wird Ihnen diese Präparate gegebenenfalls vorschlagen bzw. verordnen.
Pflanzliche Präparate
Eine Alternative zur Hormontherapie bieten pflanzliche Präparate, so genannte Phytotherapeutika. Speziell die Heilpflanze Vitex agnus castus (Mönchspfeffer, Keuschlamm) hat sich hier seit vielen Jahren bewährt. Sie reguliert auf natürliche Weise den hormonellen Regelkreis. Das natürliche Gleichgewicht zwischen Östrogen und Gestagen wird wiederhergestellt und die Beschwerden klingen ab. Hierbei ist zu beachten, dass diese Regulierung nicht von heute auf morgen erfolgen kann; das pflanzliche Präparat muss regelmäßig über mehrere Zyklen hinweg eingenommen werden, damit sich ein Erfolg einstellt. Durch die Therapie mit einem Phytopharmakon, z. B. Agnus castus, wird die körpereigene Hormonproduktion wieder einreguliert und damit die Ursache der Beschwerden beseitigt. Nebenwirkungen sind bei dieser natürlichen Therapie selten.
Homöopathische Präparate
Auch die Homöopathie bietet Möglichkeiten der Therapie bei prämenstruellen Beschwerden. Diese Heilmethode ist eine Art Reiztherapie, die die Selbstheilungskräfte aktiviert. Informieren Sie sich bei Ihrem Arzt oder Apotheker, ob und wann diese Therapieform für Sie in Frage kommt.
Sonstige Maßnahmen
In besonderen Situationen, z. B. bei starken Depressionen, empfiehlt sich eine psychologische Begleittherapie durch den behandelnden Arzt. Eine psychosomatische Therapie kann durch Beruhigungsmittel unterstützt werden.
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