Name: Cinnamomum camphora (Lt), Kampferbaum (Dt)
Familie: Lauraceae (Lt), Lorbeerbaumgewächse (Dt)
Geschichte Cinnamomum camphora
Kampfer ist in China schon im Altertum gewonnen und benutzt worden. Der erste schriftliche Beleg hierüber scheint sich in dem um 300 n. Chr. verfaßten Arthasâstra des Kautilya zu befinden. Im 6. Jahrhundert unserer Zeitrechnung wird er in den Gedichten des südarabischen Fürsten Imru-I-Kais erwähnt, und auch im Koran wird er als Kühlungsmittel der Getränke der Seligen im Paradiese gepriesen. Der Arzt Aëtius von Amida (um 550 n. Chr.) nennt ihn als Zutat zu einer äußerlich anzuwendenden Arznei gegen Gicht und Rheumatismus, sowie als Bestandteil des Oleum Salca, welches als gutes Mittel gegen Schwerhörigkeit galt. Allerdings war der Kampfer jener Zeit sehr teuer und wurde, wie Marco Polo (13. Jahrhundert) berichtet, mit Gold aufgewogen. Als ein Zeichen seiner Kostbarkeit sei hier noch angeführt, daß im 7. Jahrhundert indische Fürsten den chinesischen Kaisern Kampfer als Tribut oder Geschenk sandten. Wie Weil in seiner Geschichte der Kalifen schreibt, wurde bei der Plünderung des Sassanidenpalastes des Königs Choroës II. in Maidain im Jahre 636 neben Moschus, Ambra, Sandelholz und anderen Spezereien auch Kampfer erbeutet. Als später arabische Schiffe nach Indien und China segelten, lernten die arabischen Ärzte und Kaufleute nicht nur die Haupthandelsplätze des Kampfers, sondern auch seine Herkunftsstätten kennen. Allerdings ist der Kampfer jener Zeit wohl nicht unser Gemeiner oder Laurineenkampfer, sondern der viel teurere sumatranische von Dryobalanops aromatica gewesen. Letzterer wurde dann wohl aller Wahrscheinlichkeit nach erst im 16. Jahrhundert durch den Laurineenkampfer ersetzt. Nach dem arabischen Arzt Mesuë (10. Jahrhundert) wurde der Kampfer gegen gastrische Geschwüre angewandt. Ende des 13. Jahrhunderts gibt der griechische Arzt Actuarius die Anweisung zu einem Pastillus contra diabetem, in dem Kampfer enthalten war. In Europa scheint er schon im 12. Jahrhundert als Arznei bekannt gewesen zu sein, da er von der hl. Hildegard und dem Dänen Harpestreng aufgeführt wird. Im Jahre 1725 wurde der Kampfer von Neumann als besonderer Körper erkannt und von Dumas analysiert. In der Veterinärmedizin gehört er schon lange zu den häufiger gebrauchten Mitteln und wurde nach Lorenz angewandt bei verschiedenen Fiebern, Schwindel, Lähmungen, Starrkrampf, ferner bei Ruhr und Seuchen, auch nach Operationen, besonders wenn Wundfieber befürchtet wurde, und äußerlich als stärkendes und zerteilendes Reizmittel.
(Madaus 1938)