Name: Echinacea spec. (Lt), Sonnenhut (Dt)
Familie: Asteraceae (Lt), Korbblütengewächse (Dt)
Geschichte Echinacea spec.
Echinacea ist eine in der amerikanischen Volksmedizin seit Jahrhunderten bekannte Arzneipflanze. Die Indianerstämme in Nebraska und Missouri (Sioux, Omaha, Oto, Kew, Osage u.a.) gebrauchten die Wurzel als Heilmittel. Madaus berichtet u.a.: Ein Arzt beobachtete, wie eine Indianerfrau eine Echinacea Pflanze zwischen Steinen zerquetschte und den Pflanzenbrei einem Jäger, der sich bei der Jagd verletzt hatte, mit einem Verband auf die Wunde legte, damit diese rasch verheile. Daneben wurde diese Behandlungsform auch bei Schlangenbissen und fieberhaften Erkrankungen angewandt. Der Arzt beschaffte sich die Pflanzen und konnte die Erfahrungen der Indianer bestätigen. Dadurch kam Echinacea sehr bald in den USA in Gebrauch.
(Madaus 1938)
Das Mittel ist nach Madaus wohl jedem Arzte in Amerika, besonders in Florida, als sehr gutes Mittel bei infektiösen und septischen Fiebern bekannt.
Auch die Homöopathie bedient sich seiner in ausgedehnter Weise. So sah Walsh gute Erfolge mit Echinacea bei Karbunkeln, Abszessen, Typhus, Meningitis, Puerperalfieber und anderen Infektionskrankheiten. Stauffer, der ebenfalls die Pflanze bei allen septischen Prozessen bewährt fand, schreibt, daß sie insbesondere bei Verbrennungen "zauberhaft den Schmerz nimmt, Schlaf macht, und die Heilung (innerlich und äußerlich) beschleunigt". Dahlke empfiehlt die Anwendung bei tiefgehenden Ernährungsstörungen mit Verdacht auf maligne Leiden. Arnulphy bezeichnet Echinacea als ein kostbares Mittel im Kampfe gegen alle Arten von Septhämie. Echinacea purpurea erwies sich als ebenso wirksam wie E. angustifolia und gilt als ein sehr gutes Antiseptikum, das sich, besonders auch innerlich, ausgezeichnet bei septischen und pyämischen Prozessen bewährt hat.
(Madaus 1938)
Lloyd, Thoms, Hager erwähnen die Wurzel, Clarke benützte die ganze frische blühende Pflanze. Das HAB. läßt die frische blühende Pflanze mit Wurzel verwenden.
(Madaus 1938)
Madaus beschrieb Echinacea angustifolia und Echinacea purpurea (L.) Moench. Beide Arten sind einander ähnlich (Siehe botanische Beschreibung). G Madaus holte seinerzeit das Saatgut der Sonnenhutpflanze aus USA nach Deutschland, kultivierte sie für einen Anbau und untersuchte als erster die pharmakologische Wirksamkeit der Inhaltsstoffe. Infolge einer Saatgutverwechslung importierte man jedoch aus USA die Art E. purpurea, so daß demzufolge nicht E. angustifolia sondern E. purpurea als blühende Frischpflanze angebaut und phytotherapeutisch untersucht wurde. Dies erklärt, weshalb deren Frischpflanzen-Presssaft seit dem als Arzneimittel-Rohstoff verwendet wird.