Name: Ononis spinosa (Lt), Hauhechel (Dt)
Familie: Leguminosae (Lt), Hülsenfrüchtler (Dt)
Geschichte Ononis spinosa
Schon im Altertum war der Hauhechel bekannt. Theophrast sagt von ihm, dass er ein den Landleuten sehr unangenehmes Unkraut sei. Dioskurides, der sich als erster über die Wirkung äußert, hält die Wurzel für erwärmend und verdünnend, ihre Rinde mit Wein getrunken treibe den Harn, in Essigwasser gekocht, lindere sie Zahnschmerzen. Plinius, der auch über die Verordnung als Nahrungsmittel berichtet, gibt an, dass die frische Pflanze Geschwürsränder beizt. Weiterhin kennt er eine Zubereitung mit Honig gegen Blasensteine. In der Gegend von Göttingen wird aus den getrockneten Blüten ein Tee gegen das "kalte Fieber" und geschwollene Beine bereitet. Nach einem alten Volksglauben soll der Hauhechel auch vor Unglück und Viehseuchen schützen. Tabernaemontanus glaubte, daß es Kräuter gebe, die den Aufbau des Silbers begünstigten, wie er sagte "unedle Erze in Silber verwandeln könnten". Diese Kräuter nannte er Mondkräuter oder Lunaria. Zu ihnen gehören der Hauhechel, der Hufeisenklee (Hippocrepis comosa), der kleine Vogelfuß (Ornithopus perpusillus). Bergius erklärt, dass er allen Personen, die vom Stein geplagt an Harnverhaltungsstörungen litten, mit Ononis noch Linderung verschaffen konnte, wenn alle anderen Mittel versagten. Josef Frank lobte den Hauhechel sehr bei Bauchwassersucht. Er gab ihn gern mit Bitterklee und Wermut zusammen. Die Abkochung der Blüten- und Blattsprosse diente ehedem zum Färben der Wolle; mit Alaun vorbehandelt, wird diese schwefelgelb, mit Eisenvitriol grün. In Frankreich verwendet man mehr die Unterart der Ononis spinosa, Ononis repens L. Es handelt sich hier um eine westeuropäische, den Meeresstrand bevorzugende Varietät, die nicht bis ins Rhein- und Rhônegebiet vorreicht. Die Wirkung ist dieselbe. Leclerc sagt von ihr, dass die diuretische Wirkung nicht zu bestreiten ist und dass dabei die entzündlichen Erscheinungen herabsetzt werden. Daher ist nach ihm die Anwendung bei Cystitis und der mit Steinbildung verbundenen Nephritis gerechtfertigt.
(Madaus 1938)
Auf Basis alter Erfahrungen gilt der Hauhechel auch heute noch als ein altbewährtes pflanzliches Diuretikum. Es liegen jedoch keine jüngeren Arbeiten zur Droge und deren Wirkungen vor.