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Name: Salvia officinalis (Lt), Salbei (Dt)
Familie: Lamiaceae (Lt), Lippenblütengewächse (Dt)

Geschichte Salvia officinalis

Der Salbei hat schon im frühen Altertum eine bedeutende Rolle als Heilpflanze gespielt. Welche der Salbeiarten bei den Griechen als (elelisphakon) bezeichneten Pflanzen entspricht, ist schwer zu entscheiden, da Griechenland mehr als 20 Arten dieser Gattung aufweist.

Die Hippokratiker, Dioskurides, Plinius, Galenus u.a. rühmen dem Salbei blutstillende, harntreibende, stärkende und menstruationsfördernde Eigenschaften nach. Von Plinius wird dem Salbei außerdem noch die Fähigkeit zugeschrieben, "die Bisse der Schlange zu reinigen" und mit Wermut zusammen die Ruhr zu heilen.

Sehr eingehend beschäftigte sich einige Jahrhunderte später Aëtius mit der Pflanze, von der er u.a. berichtet, daß sie zur Beförderung der Konzeption dienlich sei und von den Landleuten äußerlich gegen Furunkel angewandt würde.

Auch im Mittelalter war er in Europa sehr geschätzt. Der Mönch Walafridus Strabo (9. Jahrh. n. Chr.) eröffnet mit der Salvia sein "Hortulus" genanntes Lehrgedicht über die zu Heilzwecken angebauten Gartenpflanzen: "Der Salbei leuchtet an erster Stelle hervor, lieblich im Geruch, bedeutend an Kraft und nützlich als Trank; hilfreich ist er befunden in den meisten Krankheiten der Menschen und hat es verdient, sich stets einer grünen Jugend zu erfreuen". Im "Capitulare" Karls des Großen wird der Salbei genannt, ebenso ist er schon frühzeitig nach England gekommen, wo ihn die Angelsachsen als "salfie" in Gärten anbauten.

In England ist auch noch jetzt das Sprichwort bekannt: He that would live for aye must cat saye in May. Eine sehr hohe Meinung hatten die Ärzte der Salernitaner Schule von dem Salbei, wie aus dem folgenden von ihnen geprägten Vers hervorgeht "Cur moritur homo, cui Salvia crescit in horto? Contra vim mortis non est medicamen in hortis." (Warum stirbt der Mensch, in dessen Garten der Salbei wächst? Gegen die Macht des Todes gibt es kein Heilmittel in den Gärten. Mit anderen Worten: "Gegen den Tod ist kein Kräutlein gewachsen" Nach Aufzählung der Heilkräfte folgt die Schlußzeile: "Salvia salvatrix, naturae conciliatrix". (Salbei, du Heilerin, Vermittlerin der Natur.) Salbei wurde so hoch geschätzt, daß Chr. Fr. Paullini zu Ausburg 1688 eine ausführliche, 414 Seiten umfassende Monographie über diese Pflanze veröffentlichte. In den Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts nimmt er als diuretisches, emmenagoges, expektorierendes und wundenheilendes Mittel usw. einen großen Platz ein.

In den nächsten Jahrhunderten wissen die botanisch-medizinischen Bücher aber wenig Neues über ihn zu berichten, und erst um die Mitte des 18. Jahrhunderts befaßt sich van Swieten, ein Schüler Boerhaaves, wieder eingehender mit ihm und weist nachdrücklich auf den Gebrauch als schweißhemmendes Mittel hin, als welches auch der Engländer Sydenham ihn erfolgreich angewandt hatte. Sehr häufig kann man sehen, daß sich die Landbevölkerung mit einem Salbeiblatt die Zähne abreibt, um diese gesund zu erhalten. Da man früher annahm, daß der Gebrauch des Karlsbader Wassers den Zähnen schädlich sei, so war es in Karlsbad ein alter Brauch der Kurgäste, sich die Zähne mit Salbei zu reinigen. Es handelt sich dabei aber nicht, wie man geneigt ist zu glauben, um eine spezifische Wirkung, sondern das Salbeiblatt ist wie Sandpapier rauh, hart und zäh, und die Reinigung ist eine rein mechanische. Auch als Küchengewürz findet er heute noch viel Anwendung. Daß eine Pflanze mit so ausgesprochenem aromatischem Geruch in der Zaubermedizin der früheren Zeiten an erster Stelle stand, versteht sich von selbst. Sie ist in Parfümerien sehr geschätzt, da das Harz im ätherischen Öl ihm fixative Eigenschaften gibt.

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