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Name: Valeriana officinalis (Lt), Baldrian (Dt)
Familie: Valerianaceae (Lt), Baldriangewächse (Dt)

Geschichte Valeriana officinalis

Der Baldrian war schon bei den alten griechischen und römischen Ärzten unter dem Namen Phu bekannt, jedoch läßt es sich nicht mit Sicherheit nachweisen, ob Valeriana officinalis oder eine andere Valerianaart damit gemeint war. Dioskurides, dessen Phu nach Sprengel mit unserem Baldrian identisch ist, schätzt ihn als erwärmendes, menstruationsförderndes und harntreibendes Mittel, welches auch gegen Seitenstechen und als Gegengift verwendet wurde. In der medizinischen Literatur des Mittelalters findet der Baldrian sich unter verschiedenen Namen, so z.B. amantilla, valeriana, naneilla, marcorella, theriacaria usw. Das Indikationsgebiet war sehr groß, doch ist es auffällig, daß nirgends die heute so gebräuchliche Verwendung als Nervenberuhigungsmittel zu finden ist. Dagegen scheint man ihn auch als Aphrodisiakum benützt zu haben, denn eine Handschrift des 15. Jahrhunderts aus dem Schlosse Wolfsthurn bei Sterzing weiß zu berichten: Wilter (willst du) gute freuntschaft machen under manne und under weibe, so nym valerianum und stosz die czu Pulver und gib ins czu trinken in Wein." Auf die uralte Verwendung gegen Pest und andere Seuchen nehmen zahlreiche, noch heute im Volke bekannte Sprüche Bezug. So sagt ein angelsächsischer Spruch: "Trinkt Baldrian, so kommt ihr alle davon." Über die Anwendung als Antispasmodikum berichten erst im 17. Jahrhundert zwei italienische Ärzte, die ihn erfolgreich gegen Epilepsie anwandten. Im Volksglauben gilt der Baldrian auch - wohl seines unangenehmen Geruches wegen - als zauberabwehrendes Mittel.
(Madaus 1938)

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