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Name: Vitex agnus castus (Lt), Mönchspfeffer (Dt)
Familie: Vebenaceae (Lt), Eisenkrautgewächse (Dt)

Geschichte Vitex agnus castus

Der Vitex agnus castus wurde schon im Altertum ungemein hoch geschätzt. Pausanias erzählt von einem Tempel des Gottes Äskulap, in dem die Statue des Gottes aus dem Holze des Vitex gefertigt worden war, um so dessen große Heilkräfte anzudeuten. Der Strauch, den Homer (lygos) = biegsamer Zweig nannte, und der allgemein als Sinnbild der Keuschheit galt, wird von Hippokrates, Plinius, Dioskurides, Galenus u.a. erwähnt. Nach Dioskurides hat der Same eine erwärmende, zusammenziehende Kraft. Die Frucht sei gut gegen den Biß wilder Tiere und für Milz- und Wassersüchtige. Sie greife aber den Kopf an und verursache Schwindel. Die Abkochung des Samens und des Krautes helfe in Sitzbädern bei Gebärmutterkrankheiten und Entzündungen. Ein Vorbeugungsmittel gegen den Wolf auf Wanderungen sei es, wenn man einen Zweig davon in der Hand trüge. - Bei den Thesmophorien, einem Feste zu Ehren der Demeter, schmückten sich die Frauen, die ihre Keuschheit bewahrten, mit den Blüten des Strauches und benutzten ihn als Lager. In Italien werden auch heute noch die Wege zum Kloster für die Novizen mit den Blüten bestreut.
(Madaus 1938)

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